Gerd, der Hocker und andere Sachen

Heute wollte ich einfach nur mal auf die Schnelle einkaufen gehen, hier im Internet Cafe ein bisschen mein Blog ordnen und anschließend in Windes Eile noch einkaufen gehen. Die letzte freie Nacht soll dem Haushalt noch gewidmet werden.

Einst schreib ich im letzten Jahr von meinen Bekannten Gerd, den ich noch mal vor Sylvester gerne gesehen hätte. Er verkauft die Obdachlosenzeitung in unseren Städtchen. Wir hatten gerade Zeit gefunden, uns bei einer Tasse Kaffee über die vergangenen Monate zu unterhalten. Gründe warum wir uns lange nicht sahen, waren unter Anderen sein gesundheitlicher Zustand und meine späten Gänge in die Stadt. Zu dieser Zeit ist er dann immer schon mit dem Zug oder Bus auf dem Weg nach Hause.

Bei ihm steht vielleicht bald eine Knie Operation an mit anschließender Rhea, also wird es längere Zeit verstreichen, ehe wir mal wieder über alte Zeiten quatschen können und die allgemeinen Probleme des Alltags

Na ja. Heute nahm ich seinen Hocker mit, bin am Freitag mit ihm in der Stadt verabredet, um ihn diesen zu bringen. Er braucht ja schließlich eine flexible Sitzgelegenheit, um seine Zeitungen an die Leute zu bringen. Er ist jedesmal voll beladen. Rucksack, Beutel, Krücken… Jetzt liegt der Hocker gerade in meinen Einkaufsbeutel, ich werde ihn zu Hause bis Freitag verstauen. Auch haben wir gerade unsere Handynummern ausgetauscht.  Der Bus fuhr ab und nun gerade sitze ich hier und bastle noch ein paar Minuten an den Einträgen rum.

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7 Antworten zu “Gerd, der Hocker und andere Sachen

  1. Grüß ihn unbekannter Weise von mir. Ich bewundere alle Obdachtlosenzeitungsverkäufer!
    Ich hab´ die BISS in München (Bürger in sozialen Schwierigkeiten, die Straßenzeitung in München) gekauft. Und hab´ immer paar Cent mehr gegeben. Ich fand das jedes Mal so nett, wenn ich darauf behaaren musste „Nein, nein, die zwanzig/ fünfzig Cent sind für Sie!“, weil die Verkäufer unbedingt mir Wechselgeld rausgeben wollten.
    Das sind Leute, die ich wirklich bewundere. Nicht Abteilungsleiter oder Doktoranten mit einem summa cum laude, sondern Leute, die sich aus eigener Kraft aus der tiefsten Scheiße selber rauskämpfen.

    • Er bessert damit seinen Lebensunterhalt auf und gönnt sich dann auch kleinere Freuden (Kaffeebesuche…). Für Arbeit ist er auf Grund von seiner körperlichen Verfassung nicht mehr fähig. Ein netter Kerl und Kumpel.

  2. Nachtrag: Die doppelte Formulierung „einkaufen“ war inhaltlich richtig, da es sich um 2 verschiedene Einkäufe/Läden handelte. Jedoch die Formulierung… Sorry, stand irgendwie neben mir 😛

  3. Bei den Schlagworten Knie und Reha kommen bei mir Erinnerungen hoch…
    Ich hoffe, dass es deinem Kumpel bald besser gehen möge. Auch ich ziehe vor „solchen“ Leuten den Hut, dass diese alles versuchen, ihr Lebensgefühl etwas aufzuwerten.

    Mensch, das nimmt mich irgendwie alles mit.

    • Hallo Mandy. Danke für diesen lieben Kommentar. Seine OP ist im April, erfuhr ich gestern… Dein Kommentar war komischerweise im Spam Ordner. Habe ihn gerade dort erst entdeckt. Alles Gute wünsche ich zum baldigen Wochenende!

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