„Du hast nicht alle Zutaten heruntergeholt“

…lese ich tief deprimiert, als ich zum fünften Mal das Level 30 bei CANDY CRUSH SAGA verbockt habe. Jetzt so ewig warten, bis alle Leben wieder da sind? Ich atme auf – kann ich doch für nur 89 Cent ein komplettes Set neuer Leben kaufen…

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„Ist der nicht ganz dicht?“ wird sich der gediegene Leser kopfschüttelnd fragen.  Womit? Mit Recht. Leute, die Ihr meinen Blog monate-, wenn nicht jahrelang verfolgt – glaubt Ihr ernsthaft, das ich so ein Mist mache? 😉
Aber es muss doch wohl Menschen existieren, die dafür Geld ausgeben…
Andererseits, die Entwickler und Produzenten sollten doch ja auch nicht für lau arbeiten, oder?
Aber widmen wir uns doch erst einmal nach der Frage der Zielgruppe – meist Jugendliche oder gar Kinder. Es ist doch ein Leichtes sein googleplay Guthaben, finanziert durch das Taschengeld zu verballern.
Jugendliche und Kinder haben meist noch nicht die nötige Relation zu Geld und sind psychisch leicht(er) beeinflussbar.
Es werden bei Spielen oft noch zusätzliche Gadges angeboten und erneut zur Kasse gebeten.
Wie leicht ist es dabei sich dumm und dämlich daran zu verdienen?!

Nun ein Kind, bw Jugendlicher bin ich lange nicht mehr (zumindest vom biologischen Alter 😉 ) aber auch ich, bw nicht wenige Leute meines Alters spielen hin und wieder solche Spiele. Doch bei Leuten mittleren Alters ist es nicht ganz so leicht sie zu derartigen Käufen zu bewegen…

Doch wer was herstellt sollte doch auch entlohnt werden, oder? Ich denke mal das wäre gerechtfertigt. Aber wie?
Lösungen gibt es zuhauf.

1. Ein einmaliger Kaufpreis für den Gesamtumfang des Spieles
2. Beibehaltung genannter Zahlungsweise mit Eingabe der Personalausweis Nr.
3. kostenlose werbefinanzierte Spiele
….
Fällt Euch dazu noch was ein? Was habt Ihr für eine Meinung?
Ich wünsche einen guten Start in die Woche!

Unterwegs wenn schon der Morgen graut…

Ich sitze in der Bahn und Müdigkeit setzt ein. Die Finger vertippen sich dauernd auf den Touchscreen Display meines Handys. Kurz bevor die Fahrt begann vernahm ich das Wetzgeraeusch eines Feuerzeuges einer Frau, die vor mir sitzt. Ich zog meine Augenbrauen nach oben, bewegte mich interessiert zur Seite und stellte beruhigt fest, das es sich nur um einen Funktionstest handelte. Schließlich landete es in den Müll. Ein normaler Vorgang. Aber es gibt ja genug Verrückte, gerade wenn es auf das Wochenende zugeht. Als ich im „24 Stunden Bereich“ der Bankfiliale ankam, der Aufgrund von Übernachtungen Obdachloser auf werktags 7 – 18 Uhr begrenzt wurde, empfing mich gleich nach der Geldabhebung eine schlagfertige Reinigungskraft, welche mich sogleich fragte, ob das Trinkgeld für ihre Arbeit sei. Ich hielt für Sekunden verblüfft inne und verwies ihr Begehren auf einige faule Menschen diverse Kollegen, welche scheinbar ihr Geld im Schlaf verdienen 🙂

Von Plänen und Wahlen…

Als ich meinen letzten Blogeintrag schrieb, hatte ich an einen Schreiben zu tun, dass zur Verbesserung meiner beruflichen Situation beitragen sollte. Knapp zwei Wochen später war dies dann erreicht – eine Erhöhung meiner Wochenarbeitszeit um einige Stunden. Aber kaum, als man Pläne über Sparruecklagen schmiedete, durchkreuzten Pleiten, Pech und Pannen meine Absichten.  Die Waschmaschine ging kaputt, gefolgt von Handy und Kaffeemaschine. Der PC,  welchen ich ansparen wollte, ist erst mal in weitere Ferne gerückt.
Nun, das liebe Geld… Wenn ich das schreibe, so ist das wohl ein Ärgernis  auf recht hohen Niveau. Wenn ich meine Situation mit der von vor nicht einmal 4 Jahren vergleiche, so geht es mir heute gerade zu gut. Ich habe Arbeit, einen Sinn im Leben, vegetieren nicht mehr von Tütensuppe und Billigkonserven, kann mir heute sogar gesunde Lebensmittel leisten, solide Klamotten kaufen… Wenn ich das hier lese, wird mir ganz anders. Vor einen viertel Jahrhundert dachte man, dass Arbeitslosigkeit, leben ohne Obdach Relikte einer vergangenen Zeit sind. Auch wenn’s an Vielen mangelte, so konnten sich auch kinderreiche Familien bis zu zwei mal im Jahr bezahlbaren Urlaub leisten, für die Heranwachsenden gab es preiswerte Kinder- und Jugendferienlager. Man konnte ohne Probleme Kinder in die Welt setzen ohne Angst um ihre Zukunft zu haben….
Am Sonntag sind Wahlen… Ich werde wohl etwas früher aufstehen müssen, um vor der Schicht wählen zu gehen. Wie heißt es schön? „Würden Wahlen etwas ändern, wären sie verboten.“ Ich gehe jedenfalls dort hin. Vor 8 Jahren setzte ich mein Kreuz noch voller Überzeugung, heute nur noch, um das kleinere Übel zu wählen.

Du hast nicht GEZahlt und andere Späßchen…

Montag Abend suchte ich ihn, diesen verdammten GEZ Beleg, bzw besagtes Schreiben endlich mal die Rundfunkgebühren zu begleichen. Lag er da nicht auf dem Schuhschrank, wo ich meine „Lieblingspost“ gleich griffbereit lagere? Ich griff danach, war schon in Schale geschmissen (Arbeitskluft), lief mit Sack und Pack los und eilte zu meiner Bank. Kundenkarte ins Terminal, Option „Überweisung per Tastatur“ ausgewählt und… stellte fest im Brief war der Beleg nicht drin. Ich kramte in meiner Tasche, schlußfolgerte, daß dieser nirgends zu finden war. Zerknirscht wollte ich den Vorgang abbrechen. Siehe da, dem Terminal „schmeckte“ meine Karte, d.h. zog sie ein. Als Ausgleich bekam ich gestern Abend dann die Halbjahresrechnung -stolze 113 €! ENDGEIL! 😦 Na ja. Als erstes fischte die Bankfrau meine Karte aus den Terminal und ich tätigte zerknirscht die Überweisung. Werde also doch mal ein Dauerauftrag einrichten, damit meine „Liebesbriefe“ sich verringern 🙂

Sparsamkeit… Eine Sache des Lebensstandards? Teil 1

Wenn ich meine Gewohnheiten mit der Zeit vor etwa 10…2 Jahren vergleiche, dann stelle ich erschrocken fest, daß man im heutigen Alltagsleben ständig in „die Vollen“ geht. Damals hatte ich im Höchstfalle 160…180 €, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Einen 100 € Schein? Hatte ich zu dieser Zeit nie in den Händen. Man lief mit zerschlissener Kleidung umher, ernährte sich von Nudeln, Kartoffeln und Tütensuppe. Umterwegs gabs Butterbrot und (NUR dies hat sich nicht geändert) Thermoskanne und Kaffee. Neulich unterhielt ich mich mit einen Kollegen, welcher eine sparsame Lebensweise hat, trotzdem er mehr Wochenstunden und eine höhere Lohngruppe hat. Ich will natürlich nicht „back to the roots“, dennoch möchte man sich etwas Geld für größere Anschaffungen zurücklegen, einen Sparplan aufstellen. Oft geht’s aus Gewohnheit zur Dönerbude, Fastfoodkette… (wird fortgesetzt)

Seid Ihr eine laute Klasse…

…hatte man uns damals gesagt. Damals, ich war gerade in der 5. Klasse… wann war das etwa? 1986. Man hatte uns aufgenommen, wie lautstark wir uns im Werkunterricht unterhalten haben und hatte uns dies als Klasse vorgespielt. Wir haben geschmunzelt. Ein bisschen Unterhaltung, ein paar kleine Flüche, so wie das halt so Kinder / Heranwachsende in diesem Alter tun.

Um ehrlich zu sein, ich war froh in einer Klasse zu sein, wo es nicht allzu viele Spießer gab, welche auf Appellen Loblieder über alles mögliche vortrugen. So wie es Viele taten. Appelle… Na ja. Gleich zum Schuljahresbeginn strammstehen in Pionierbluse und FDJ Hemd. Einige sind während des Appelles abgeklappt und wir durften weiter stramm stehen. Erinnerungen mit gemischten Gefühlen.

Jedoch. Wir haben gelernt:

  1.  Respekt vor dem Alter zu haben. In Bussen und Bahnen aufzustehen, wenn es Rentnerinnen und Rentnern oder älteren Werktätigen an Sitzgelegenheiten fehlte
  2. Im Straßenverkehr Fußwege nicht unnötig zu blockieren, hintereinander zu gehen, damit auch bei schmalsten Wegen ein Durchkommen ist.
  3. höflich zu grüßen uns allgemein freundlich zu verhalten.

Na klar, nicht jeder hat sich daran gerne und oft  daran gehalten. Es war jedoch eine Seltenheit, dass Jugendliche Plätze älteren Mitbürgern verweigerten. Heute ist das leider Standard. Sagt man etwas zu Jugendlichen, wird man bestenfalls doof angestarrt. Man beobachtet im Alltag einen allgemeinen Verfall der grundlegensten Sitten und Gebräuche eines respektvollen Umgangs miteinander. Man sieht Familien auf Fußwegen mit Fahrrädern nebeneinander fahren. Den Kleinsten wird schon vom Elternhause sehr wenig mitgegeben. Man trampelt in der Öffentlichkeit rum wie Schweinchen in der Suhle.

Um eines klarzustellen. Ich bin keinesfalles ein Verfechter von Sitte und Moral. Das war ich nie und möchte es auch nicht sein. Eine lustige Anektode vor einigen Tagen war das Gespräch einiger Jugendlicher zufällig auf offener Straße mitzubekommen.

Da standen drei, vielleicht 12 bis 14 jährige. Fragen beide den Einen. „Kommst Du heut abend mit zu XYZ…“ 

Meinte der Dritte: „Geht nicht, wir schreiben doch morgen ne Klassenarbeit, muss noch lernen.“

Einer von den beiden Anderen: „Wofür? Wir bekommen doch eh nur später Hartz IV.“

Ich finde es schade, dass mangelns Perspektivlosigkeit jungen Menschen jede Hoffnung auf eine Zukunft genommen wird. Ich erinnere mich wie ich als Jugendlicher stolz war bei Apfel- und Kirschernte im Sommer Geld dazuverdienen zu können. Mein eigenes Geld, von welchem man sich was kaufen konnte. Heute wird Vieles als Selbstverständlichkeit gesehen. Oma und Opa kaufen schon. Mama hast Du n paar Euro fürs neue Handy? Wer nichts hat ist nichts. Wer nicht die neueste Mode trägt, wird als asozial abgestempelt.

 

Zurück zu unserer lauten Klasse von damals

Um ehrlich zu sein bin ich froh ein paar Jahre älter zu sein um nicht in dieser Zeit in die Schule gehen zu müssen, wo eine „laute Klasse“ das kleinste aller Übel ist. Da wo man vielleicht organisiert Schutzgelder erpresst, die Gewaltschwelle niedrig ist.

Nicht alles ist eine Frage der Erziehung – Vieles eine Frage der Perspektive. Kann man etwas erreichen? War die Schule umsonst, weil man eh keine Arbeit, Ausbildung  bekommt? Ich hoffe, dass man irgendwann wieder mit guten Gewissen Kinder in diese Welt setzen kann, um zu sehen, dass sie würdevoll ihre Zukunft selber aufbauen können, durch Fleiß ihrer Hände, ohne entwürdigendes Hartz IV. Vielleicht wird dann auch ein menschliches Miteinander möglich sein.

Wollen wir mal darüber reden? Ich wäre über Eure Kommentare und Vorschläge wirlich gespannt. Ich hoffe auf eine angeregte Diskussion.